Frankenjura–Von der Halle an den Fels

In diesem Jahr sahen sich die ersten Schritte am Fels mit einer ziemlich schlechten Wetterprognose konfrontiert: Am Fronleichnamswochenende sollte es im Frankenjura eigentlich an jedem Tag regnen, aber davon ließen sich Philipp, Leon, Leslie und Marion nicht beunruhigen.

Zu Beginn sah es auch so aus, als müsste auf den Vorstieg aus Sicherheitsgründen verzichtet werden, aber die Lage verschob sich beständig zum Besseren und geregnet hat es schließlich

allenfalls in der Nacht. Es ging dann also schließlich wie gewohnt zur Sache.

Fädeln und das Abseilen wurden zunächst am Boden eingeübt. Hier hatten wir am Kletterturm in Dortmund schon wichtige Vorarbeiten geleistet. Dann machten wir uns mit einfachen Routen im Toprope vertraut und weil das Wetter immer besser wurde, konnten wir dann doch die ersten eigenen Vorstiege am Fels machen.

An den ersten beiden Tagen war der Trainer beim Umbauen am Felskopf noch dabei, weil das Sicherheit schafft, denn vier Augen sehen mehr als zwei.

An den folgenden Tagen wurden die Felsen deutlich höher und man war schließlich in luftiger Höhe auf sich allein gestellt. Der Trainer war nur noch als Backup im Team – so, wie es sein soll.

Dieses Mal war die Gruppe zudem so stabil, dass schon am zweiten Tag der erste Fels allein erschlossen und auch höhere erste Haken entschlossen angeklettert wurden.

Am dritten Tag musste sich der Trainer schließlich beweisen lassen, dass der Einstieg zu der als finale Herausforderung geplanten Route „Manfred Schuh Gedächtnisweg“ in den letzten 15 Jahren immer falsch geklettert worden ist.

In den Kletterpausen machte man sich mit dem Kletterführer und den ökologischen Gegebenheiten am Fels vertraut. Abends gab es dann im geselligen Beisammensein ausführlich Gelegenheit, alle Aspekte des Kletterns am Fels noch einmal gemeinsam durchzugehen. Dieses Mal hatten wir eine Ferienwohnung und haben einmal sogar selbst gekocht. Selber eingeschlossen hatten wir uns zwischendrin auch, aber das ist eine andere Geschichte, in der ein falsch herum eingebautes Türschloss eine zentrale Rolle spielt.

 

Michael Tietz