Tag 8

Da wir bergsteigerisch nicht lange ausgebremst werden wollten, begannen wir am nächsten Tag bei unbeständigem Wetter eine Tour zur Wiener Neustätter Hütte (2209m) – mit viel Regenzeug im Gepäck. Der Aufstieg hätte schöner sein können, wenn die nassen Steine nicht so rutschig gewesen wären. Der Wettergott bot alles: Hagel, Nebel, Regen und nur 6 Grad. Wir erreichten die Hütte – leider – nicht geheizt, die Kälte kam uns entgegen! Wie ungemütlich! Den Hüttenwirt Bernhard machten wir gleich raschelig, damit er den Kachelofen schnellstens anfeuerte. Solange hielten wir uns in seiner Küche auf. Wenig später gab es Knödelsuppe, die uns von innen wieder aufwärmte. Unsere Überlegungen, bei diesem grässlichen Wetter hier zu übernachten, warfen wir schnell über den Haufen, nachdem wir das feudale Plumpsklo benutzt hatten. Irgendwie winkte die Dusche im Tal. Nach einiger Zeit ebbte der heftige Niederschlag ab und wir konnten den Abstieg wagen, da der Fels durch den Wind etwas abgetrocknet war. Wir staunten nicht schlecht, als wir beim Rückweg einigen Wanderern begegneten, die in der Neustädter Hütte übernachten wollten – mit dem Ziel, am nächsten Tag bei Wetterbesserung den Gipfel der Zugspitze zu erreichen.

 

Tag 9

Unser letzte Tag überschüttete uns mit herrlichem Sonnenschein, ein Bergwetter, das sich jeder nur wünscht – Kaiserwetter also. Heute teilte sich unsere Gruppe auf. Ein Teil entschied sich für die Zugspitzbesteigung über den Klettersteig ausgehend von der Höllentalangerhütte, also aufwärts von deutscher Seite mit erlebnisreichen Passagen, und ich – diese Tour hatte ich vor zwei Jahren mit Bergführer Manfred aus unser Nachbarschaftssektion Gummersbach gemacht - erfreute mich an einer Genusswanderung zum Gatterl (2100m) – der Staatsgrenze Österreich/Deutschland im Gebirge - mit entsprechendem Hinweisschild und Grenzzaun, der allerdings ein Durchgangstörchen besitzt. Von hier aus blickte ich gegenüber auf den Zugspitzgipfel und auf die Knorrhütte, die von vielen Gatterl-Durchquerern angesteuert wird. Am heutigen Tage waren, Dank des sonnigen Wetters, sehr viele Bergbegeisterte unterwegs. Auf der Terrasse der Hochfeldernalm (1732m) konnte ich später das Panorama der umliegenden Berge genießen und mich an der herrlichen Bergwelt erfreuen.