Freitag Gotzenalm - Wanderer im Nebel

Am Morgen hatte der Regen aufgehört. Unten im Tal lagen dichte Wolken, einige Bergspitzen waren frei. Statt den Höhenweg zum Stahlhaus zu gehen, hatten wir aufgrund der unsicheren Wetterlage beschlossen, die Gotzenalm anzusteuern. Hoch über dem Obersee verlief unser Weg. Wenn die Wolken im Tal sich ein wenig verschoben, konnte man sein Ufer sehen.

Später wanderten diese Wolken nach oben, es wurde immer nebliger. Anfangs versuchte noch die Sonne sich durchzukämpfen, jedoch ohne Erfolg. Vorbei an alten Baumriesenen und eingefallenen Almhütten führte unser Weg bis zu einer großen freien Almfläche, der Gotzenalm. Angeblich hat man hier einen weiten Rundblick, vor allem auf den Watzmann mit seiner Ostwand. Wir sahen nur Grau. Irgendwann tauchte ein größeres Gebäude aus dem Grau auf, das Unterkunftshaus.

Ob noch Platz für uns ist? Wir hatten nichts reservieren können, denn unterwegs gab es keinen Handyempfang. Hoch erfreut waren wir, als der Hüttenwirt uns sagte, dass noch ein Sechserzimmer frei sei. Wir probierten seinen Kuchen und studierten die im Gastraum ausliegenden Bücher. Draußen fing es an zu regnen. Der Tag endete mit einer ausgedehnten Doppelkopfrunde.

 

Samstag Berchtesgaden – Abstieg im Regen

 

Am Morgen regnete es immer noch. Tausend Höhenmeter Abstieg lagen vor uns. Wir entschieden, die Fahrstraße zum Parkplatz am Königssee zu nehmen, denn die glitschigen Waldwege waren wir leid. In Serpentinen ging es schnell bergab. Nach einem kurzen Gegenanstieg erreichten wir die Königsalm. Ein Kaffee zum Aufwärmen wäre nicht schlecht. Ob die Gaststätte schon offen hat? Es war erst neun Uhr. Eine freundliche Frau ließ uns ein. Nachdem wir uns ein wenig gestärkt hatten, legten wir den restlichen Weg zum Königssee zurück. Eine erlebnisreiche Bergwanderwoche mit viel Sonne und reichlich Regen ging zu Ende. Die Harmonie zwischen uns Wanderern machte manches Ungemach unterwegs gut erträglich Am Bahnhof Berchtesgaden trennten sich unsere Wege. Hans, Jochen und Peter fuhren mit dem Auto weiter, Axel, Karl-Heinz und ich warteten auf den Zug nach Hause.

Helmut Schmutz